Smart Metering Fakten

In verschiedenen Medien werden leider immer wieder falsche Informationen über Smart Metering verbreitet. Im Netz Oberösterreich sieht die Faktenlage dazu wie folgt aus:   

Smart Meter wäre ein „Überwachungssystem“, mit dem man wüsste, „wann das Licht auf- oder abgedreht wurde, der Fernseher oder sonst ein Elektrogerät ein- bzw. ausgeschaltet wurde“. Tatsache ist, dass im Zähler der Gesamtverbrauch der einzelnen Viertelstunden aufsummiert und gespeichert wird. Wenn der Kunde das ausdrücklich wünscht, wird diese Zeitreihe am Folgetag aus dem Zähler ausgelesen. Aus dieser Zeitreihe kann man dann z.B. ableiteten, dass am Vortag in der Viertelstunde von 10:00 bis 10:15 gesamt 1,6 kWh verbraucht wurden. Damit kann der Kunde seinen Verbrauch im Detail analysieren und ggf. optimieren. Aus dieser Information kann jedoch nicht abgeleitet werden, durch welche Geräte dieser Verbrauch entstanden ist oder gar, wann diese Geräte ein- oder ausgeschaltet wurden.

In Österreich bestünde kein Bedarf an Viertelstundenwerten. Tatsache ist, dass sich alleine im Netz OÖ mehrere 10.000 Kunden über ihren Stromverbrauch informieren, um so z.B. Einsparungsmöglichkeiten auf die Spur zu kommen.

Bei Opt-Out kann die Messung der Viertelstundenwerte nicht deaktiviert werden. Tatsache ist, dass bei Stromkunden, die von „Opt-out“ Gebrauch machen – also möchten, dass der Zähler keine Viertelstundenwerte aufzeichnet – dies auch nicht geschieht. Der Zählerstand wird dann nur zu Abrechnungsstichtagen ausgelesen, das ist normalerweise 2x im Jahr: zur Jahresabrechnung und wenn mit 1. Jänner die Netzentgelte geändert werden, damit die Abrechnung richtig ist.

Weiters ist festzuhalten, dass den Kosten der Einführung auch viel Nutzen gegenübersteht: zum Beispiel die Möglichkeit, durch bessere Information „Stromfressern“ im eigenen Haushalt auf die Spur zu kommen, durch Verbesserung der Abrechnungsqualität und durch Einsparungsmöglichkeiten weil Automatisierung möglich ist. Wenn man neu in eine Wohnung einzieht, muss beispielsweise nicht mehr der Netztechniker extra kommen, um den Zähler zu aktivieren, sondern das kann bei Anruf rasch per Knopfdruck aus der Zentrale gemacht werden. Darüber hinaus wird mit Smart Metern die Energiewende gefördert, indem die Einspeisung dezentraler Erzeugung unterstützt wird. Zum Beispiel wären gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen in Mehrparteienhäusern mit herkömmlichen Zählern nicht möglich – dafür sind Smart Meter Voraussetzung!