AMIS Stromnetz

Beim Umbruch der Energiemärkte und der Wandlung der Energiesysteme nehmen die intelligenten Stromzähler eine zentrale Rolle ein. Die Energie AG Oberösterreich hat in der Vorwoche den 500.000. „smart meter“ installiert und hat damit das oberösterreichische Stromnetz digitalisiert und zum leistungsfähigsten Netz Österreichs gemacht. Damit erreicht die Netz OÖ, eine Tochter der Energie AG Oberösterreich, als einziges Unternehmen die ursprüngliche Verordnung des Wirtschaftsministeriums zum Roll-out. Generaldirektor Werner Steinecker: „Die neuen Stromzähler ermöglichen, Energie noch effizienter zu nutzen und zu steuern. Wir sind die Ersten in Österreich, die dieses Service unseren Kunden anbieten können.“ Technik-Vorstand Stefan Stallinger: „smart meter bieten unseren Kunden nicht nur einen Komfortgewinn durch stichtagsgenaue Abrechnungen ohne Ablesung vor Ort und die Möglichkeit, heimlichen  „Energiefressern“ im eigenen Haushalt auf die Spur zu kommen. Sie ermöglichen auch eine bessere Integration von erneuerbarer Energie wie zum Beispiel aus Photovoltaik-Anlagen in das Stromnetz.“ 

Oberösterreich hat das modernste Stromnetz des Landes: als einziges Landesenergieversorgungsunternehmen hat die Energie AG bereits Ende 2017 das 70%-Ziel des Gesetzgebers (IME-VO 2014) fristgerecht erfüllt. Obwohl der Ausbau per Novelle auf 95% bis Ende 2022 verschoben wurde, wird Energie AG den Vollausbau schon bis Ende 2019 abschließen. Alle Kunden können dann vorzeitig die Vorteile der intelligenten Stromzähler nutzen.

Bereits in der Vorwoche wurde der Halb-Millionste intelligente Stromzähler installiert. Insgesamt sind jetzt bereits 505.000 Zähler in Betrieb, was einem Ausbaugrad von 78 Prozent entspricht. Nur 1,4 Prozent der Kunden haben einen Smart Meter abgelehnt. Bei diesen Kunden wurden beim digitalen Zähler die „smarten“ Funktionen deaktivert.
„Wir investieren seit Jahren konsequent in den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes“, sagt Energie AG-Generaldirektor Werner Steinecker. Jahr für Jahr fließen so mehr als 60 Millionen Euro in die Verbesserung der Versorgungssicherheit. Ein zentraler Punkt dieser Investitionsoffensive ist der Umbau des Stromnetzes zum mitdenkenden, intelligenten Stromnetz der Zukunft – „smart grid“ lautet das Schlagwort, unter dem das Stromnetz künftig eine Fülle von zusätzlichen Aufgaben erfüllen soll. Der intelligente Stromzähler, der „smart meter“, ist eine der Grundvoraussetzungen dafür.

Energie AG ist Vorreiter in Österreich
Die neuen intelligenten Stromzähler ermöglichen es auch, verschiedene, bisher manuell ausgeführte Prozesse zu automatisieren und mit speziellen Services zum Vorteil der Kunden zu koppeln. Mit den neuen Zählern ist es erstmals auch möglich, tageszeitabhängige Tarife zur Verfügung zu stellen: „Wir sind das einzige Unternehmen Österreichs, das seinen Kunden diese Tarifmodelle anbieten kann: Wer Stromverbraucher wie Wärmepumpe, Waschmaschine oder Wäschetrockner nach den günstigen Verbrauchsfenstern ausrichtet, kann bares Geld sparen“, sagt Steinecker.
Mit diesen Vorteilen haben Kunden auch die Möglichkeit, Energie sinnvoll einzusetzen und so letztlich Geld zu sparen. Auf gesonderten Wunsch können Kunden ihren Stromverbrauch zeitlich in einer sogenannten Lastgangkurve detailliert aufgeschlüsselt anfordern und für eigene Effizienzmaßnahmen nutzen. Wichtig sei, dass diese Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung ohne Komfortverlust bei den Kunden ankommen.

Das macht ein digitaler Stromzähler / „smart meter“
Standardeinstellungen

  • er ist mit der Steuerzentrale verbunden und übermittelt einmal täglich den aktuellen Zählerstand
  • alle Daten stehen dem Kunden über eine Schnittstelle am Zähler in Echtzeit zur Verfügung (z.B. für eine grafische Anzeige des aktuellen Stromverbrauchs im Sekundentakt oder die Integration in die eigene Haustechnik-Steuerung)
  • stichtagsgenaue Ablesung des Zählers bei Auszug zur Erstellung der Endabrechnung

erweitere Möglichkeiten auf Kundenwunsch

  • tägliche Ablesung der 15 Minuten-Verbrauchswerte; diese Werte werden dann in Form einer Tagesverbrauchskurve („Lastprofil“) im e-Service-Portal dargestellt

„Datenschutz ist unseren Kunden besonders wichtig, deshalb werden ohne Zustimmung des Kunden keine weiteren Informationen übermittelt. Das Heft des Handelns liegt immer beim Kunden“, erklärt Technik-Vorstand Stefan Stallinger. Die Energie AG bietet zudem an, Verbrauchsdaten zu speichern und grafisch aufbereitet zur Verfügung zu stellen. „Das sind Services, die wir vom e-Banking oder der Handyrechnung kennen und die der Kunde nutzen kann“, sagt Stallinger. Man sei sich der Sensibilität des Themas Datenschutz bewusst, weshalb dieser oberste Priorität habe.

Smart Grid für eine sichere Versorgung und die Energiewende
„Smart Metering ist auch die Basis, die den intelligenten Stromnetzen zugrunde liegt und ohne die die Einführung nachhaltiger, erneuerbarer Energiesysteme oder Elektromobilität nicht sinnvoll möglich ist“, sagt Stallinger. Mit der Transformierung der Energiesysteme, weg von großen zentralen Erzeugungseinheiten hin zu einer Vielzahl kleiner und mittelgroßer, dezentraler Erzeugungsanlagen, kommen zusätzliche Herausforderungen auf das Stromnetz zu. Stallinger: „Das Netz der Zukunft muss so intelligent sein, dass die teilweise extrem schwankenden Erzeugungsleistungen aus den neuen erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne so gut wie möglich ausgeglichen werden können. Das intelligente Stromnetz ist deshalb der zentrale Baustein für die sichere Versorgung unserer Kunden in Zukunft!“

Energie AG war Vorreiter bei Smart Meter-Ausbau

  • Erste Überlegungen 2002 zur Optimierung bzw. Automatisierung der personalintensiven Kundenprozesse (Ablesung, Wohnungs- bzw. Tarifwechsel)
  • Projektstart mit VATECH SAT im Jahr 2005 – Erneuerung Tonfrequenzrundsteueranlage mit gleichzeitiger Einführung von Smart Metering: AMIS gewinnt EU-Ausschreibung mit bester Lösung
  • 2008: Integrationstest mit 1.000 Geräten mit Proof of Concept der PLC-Technologie und der Prozessautomatisierung
  • 2010: Probebetrieb mit 10.000 Geräten im Versorgungsgebiet des Umspannwerks Regau mit dem Beginn der Prozessautomatisierungen wie z.B. Ablesung und Wohnungswechsel inklusive Monitoring sowie der Entwicklung der Montage- und Betriebsprozesse für einen flächendeckenden Zähleraustausch
  • Erfolgreicher Abschluss des Pilotprojekts mit 100.000 Zählern am 01.03.2012
  • 2013: Vereinbarung mit Siemens für die Lieferung von weiteren 300.000 AMIS-Zählern mit einem System, das alle gesetzlichen Vorgaben (inkl. Datenschutz) erfüllt
  • 2016 und 2017: Vereinbarungen mit Siemens für die Lieferung der für den Vollausbau der ca. 650.000 Zählpunkte im Netz OÖ benötigten AMIS-Zähler